Mufflon
Das Mufflon ist ein echtes Naturwunder: Es sieht aus wie ein Hausschaf mit Hörnern, ist aber viel wilder, kräftiger und scheuer. Ursprünglich stammt es von den Mittelmeerinseln Korsika und Sardinien, wurde aber vom Menschen in vielen Teilen Europas angesiedelt – auch in den Alpen.
Das Mufflon gehört zur Familie der Wildschafe. Die Männchen nennt man Widder, die Weibchen Schafe. Besonders auffällig sind die großen, gebogenen Hörner der Widder – sie wachsen ein Leben lang und können über einen Meter lang werden.
In den Alpen lebt das Mufflon vor allem in lichten Wäldern und felsigem Gelände oberhalb von 500 Metern. Es bevorzugt warme, trockene Hänge mit guter Sicht – denn als Fluchttier muss es Feinde früh erkennen. Besonders wohl fühlt es sich in Regionen mit Mischwäldern, offenen Flächen und wenig menschlicher Störung.
Mufflons sind Pflanzenfresser. Sie ernähren sich von Gräsern und Kräutern, Blättern und jungen Trieben und im Winter von Rinde, Moosen und Flechten.
Mufflons leben in kleinen Gruppen. Wenn im Herbst die Paarungszeit beginnt, kämpfen die Widder um die Schafe. Mit voller Wucht krachen sie dann ihre Hörner gegeneinander. Der Sieger darf sich mit den Weibchen paaren.
Im Frühling kommen die jungen Mufflons zur Welt. Die Lämmer können schon kurz nach der Geburt laufen und bleiben eng bei der Mutter, bis sie selbstständig werden.
Das Mufflon ist ein faszinierender Bewohner der Alpen – robust, anpassungsfähig und mit einer spannenden Geschichte: denn obwohl es ursprünglich nicht aus den Alpen stammt, hat es sich dort gut eingelebt.